Minderjährige Flüchtlinge in Griechenland

Auf Radio Bayern 2 in der „Nahaufnahme“ wurde heute ein halbstündiges Feature über minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Griechenland gesendet. Alkyone Karamanolis berichtet darin über das Schicksal der jungen Menschen, ihre Hoffnungen und Ängste und ihre Resignation. In der Podcast Mediathek steht der Beitrag zum Herunterladen zur Verfügung.

„Villa Azadi“ heißt „Haus der Freiheit“

Viele Zehntausend Flüchtlinge erreichen Jahr für Jahr Griechenland. Sie kommen aus den Kriegs- und Krisengebieten Afrikas und des Mittleren Ostens. Seit ein paar Jahren befinden sich zunehmend auch Minderjährige ohne Begleitung darunter. Manche haben ihre Familien auf der Flucht oder in den Kriegswirren ihrer Heimat verloren. Viele verlassen ihr Elternhaus aber auch, ohne jemandem Bescheid zu sagen – in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Europa. Auf der griechischen Insel Lesbos, an deren Küsten fast täglich Bootsflüchtlinge stranden, befindet sich ein Aufnahmezentrum für die Minderjährigen.

Villa Azadi haben sie es selbst genannt, „Haus der Freiheit“. Die Villa Azadi befindet sich im waldreichen Osten der Insel. Früher einmal diente das Gebäude als Sanatorium für Tuberkulose-Kranke. Rund einhundert Kinder und Jugendliche sind in dem Heim untergebracht. Ihre Reise hierher hat lange gedauert – Monate, manchmal Jahre. Nun sind sie erstmals in Sicherheit.

Im „Haus der Freiheit“ erhalten sie psychosoziale und juristische Unterstützung, aber auch Sprachunterricht. Doch kaum eines dieser Kinder wünscht sich eine Zukunft in Griechenland. Sie träumen von Frankreich, England, Skandinavien, wo sie sich bessere Aufnahmechancen als Asylanten erhoffen. Die Villa Azadi ist nur eine Station auf ihrer Flucht.

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