China: CVJM arbeitet in „erstaunlicher Freiheit“

Deutsche Reisegruppe des Jugendverbandes besuchte die Volksrepublik

Kassel (idea) – Die CVJM-Gruppen in der Volksrepublik China können in „erstaunlicher Freiheit“ wirken. Sie werden in ihrer sozialen Arbeit oft vom kommunistisch regierten Staat unterstützt. Das berichtete der China-Beauftragte des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland, Albrecht Kaul (Kassel), nach einem Besuch des mit 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichsten Landes gegenüber idea. Nach seinen Angaben bestehen in zehn Großstädten große CVJM-Vereine, die Altenheime, Projekte für Behinderte, Beratungs- und Sportzentren, Hotels sowie Schulen auf dem Lande betreuen. Kaul zufolge haben die CVJM-Gruppen in China rund 200.000 Mitglieder. Er besuchte mit der zehnköpfigen Reisegruppe auch die größte Kirche Chinas in Hangzhou, 130 Kilometer südwestlich von Shanghai. Sie biete 5.000 Sitzplätze, die zu den beiden Sonntagsgottesdiensten jeweils restlos gefüllt seien. 1.500 der etwa 8.000 Gemeindemitglieder seien ehrenamtlich engagiert, so Kaul. Zur Frage, ob die Predigten vom Staat kontrolliert würden, habe der leitende Pastor gelacht und erklärt: „Jeder kann hören, was wir predigen, aber ich habe in meinen 20 Jahren Dienst noch nie eine Predigt genehmigen lassen müssen.“ Die Gemeinde gehört zur Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung, der Dachorganisation der staatlich anerkannten Gemeinden in der Volksrepublik. Nach Angaben Kauls wird derzeit in einem neuen Stadtteil Hangzhous eine weitere Kirche mit 3.000 Plätzen gebaut.

Hauskirchen unter verstärkter Beobachtung

Wie er weiter sagte, sei ein Besuch einer der unzähligen Hauskirchen – sie lehnen eine staatliche Registrierung ab – nicht möglich gewesen. Sie stünden angesichts der Revolutionen in der arabischen Welt unter verstärkter Beobachtung. Besuche von Ausländern würden kritisch gesehen. Deshalb habe man mit Rücksicht auf die Hauskirchen auf einen Besuch verzichtet. Die Reisegruppe sprach aber mit einer Mitarbeiterin dieser Bewegung an einem neutralen Ort. Kaul zufolge bestehen allein in der Hauptstadt Peking rund 2.000 Hausgemeinden mit etwa 10.000 Gruppen. Sie müssten sich immer wieder teilen, weil die Gottesdiensträume meist nicht mehr als 100 Personen fassten. Für chinesische Christen sei es selbstverständlich, Arbeitskollegen und Nachbarn zum Gottesdienst einzuladen. Nach Informationen Kauls wachsen sowohl die staatlich registrierten Gemeinden als auch die Hauskirchen in China. Sein Fazit nach der 15-tägigen Reise: „Unsere Gesprächspartner wünschen sich, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China nicht nur wirtschaftlich und politisch ausgebaut wird, sondern auch auf der kirchlichen Ebene.“ Schätzungen über die Zahl der Christen in der Volksrepublik gehen weit auseinander. Sie schwanken zwischen 40 Millionen und 130 Millionen.

via ead

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